Positive Effekte für den Landkreis Cham

Trotz „bester Aussichten“ im Landkreis Cham ist es ein Problem über Jahrzehnte hinweg, dass gerade viele unserer am besten ausgebildeten jungen Leute die Region verlassen, da sie hier – sei es auch nur vermeintlich – wenig adäquate berufliche Zukunftsperspektiven sehen. Die Aktivitäten des Landkreises, die man unter dem Begriff „Bildungsregion Landkreis Cham“ zusammen fassen kann, zielen letztendlich darauf ab, einerseits die Chancen, aber auch das Bewusstsein für die vorhandenen Chancen im Landkreis zu verbessern.

So steigt zwar seit Jahren die Anzahl der Akademikerarbeitsplätze an, aber leider haftet uns – gerade wenn man mit einem gewissen räumlichen Abstand auf die Region schaut – teils immer noch das hinterwaldlerische Image an. Dem gilt es entgegenzuwirken.

Am naheliegendsten ist es wohl, bei den Schülern anzusetzen, die noch im Landkreis sind und demnächst Abitur machen werden. Über Alumni in der Region und aus der regionalen Wirtschaft können den Absolventen aus erster Hand Informationen über regionale Berufschancen vermittelt werden. Auch über gezielte Informationen, in welchen Berufsfeldern unsere Region für Akademiker und Fachkräfte gute Berufsaussichten bietet, kann Einfluss auf die Studien- oder Berufswahl der Abiturienten genommen werden.

So kann es sein, dass ein Abiturient für ein Ingenieursstudium nach München oder Aachen geht und den Raum um Bad Kötzting für ein paar Jahre verlässt. Aber er kann das mit dem Wissen tun, vorausschauend einen Beruf gewählt zu haben, den er auch in seiner Heimat ausüben kann.

Eine größere Herausforderung für die Region wird es aber sein, diejenigen zurück in den Landkreis zu holen, die in den letzten Jahren oder Jahrzehnten die Region verlassen haben. Wir zielen mit unserem BSG-Alumni-Portal natürlich auf unsere Ehemaligen ab, die für Studium oder Beruf nun woanders leben. Was alle unsere Absolventen eint, ist die Tatsache, dass sie hier am Benedikt-Stattler-Gymnasium ihre Schulzeit verbracht haben. Dass eine Schulzeit prägt, dass viele Freundschaften entstehen, die auch Jahrzehnte und Entfernungen überdauern, dass man immer irgendwie mit dem Ort seiner Kindheit und Jugend verbunden bleibt, auch wenn man weit weg ist - dies alles trägt dazu bei, dass wir Schule auch als eine Art Heimat erfahren durften und dürfen.

Diese emotionale Komponente ermöglicht es uns als BSG aber auch, einen ganz besonderen Zugang zu unseren Ehemaligen zu finden. Unser Alumni-Portal kann sicher keine Wunder bewirken, aber wir können durch einen engen Kontakt zum Gymnasium und durch die Netzwerke unter den Alumni immer wieder Reize setzen, die den einen oder anderen vielleicht darüber nachdenken lassen, wieder in die Region zu gehen. Dann wird vielleicht aus einem „Ich würde ja gern heim“ ein „Ich kann heim“ und schließlich ein „Ich geh wieder heim“.